Viva l'Opera

Es wäre unfair, unter den Darstellern dieses unter dem Titel Viva l'Opera abgehaltenen Klassenabends von Prof.Claudia Visca eine Reihung vorzunehmen, denn ich war von der Entwicklung der einzelnen Darsteller selbst überrascht. Ich besuche in den letzten Jahren regelmässig diese immer unter einem anderen Motto abgehaltenen Klassenabende (2 pro Jahr) und von Klassenabend zu Klassenabend stelle ich eine auffallend positive stimmliche Entwicklung der Künstler fest.

Aber nicht nur die Stimmen entwickeln sich, auch die Bühnenpräsenz wird ausgeprägter. Bei den einen mehr und bei den anderen vielleicht etwas weniger.

Die gleich zu Beginn des Abends von Josipa Bainac vorgetragene Arie der Euridice "Dove'l'amato bene...Del mio core wurde von ihr sehr gefühlvoll angelegt.

Bei dem Duett "Au fond du temple saint"  aus Les Pecheurs de Perle war Gänsehautfeeling angesagt. Der überaus kräftige serbische Bariton Stefan Hadzic und der aus Slowenien stammende Tenor David Jagodic schafften es, ihre Energie dem Publikum zu vermitteln.

In ihrem Element war die venezianische Mezzosopranistin Miriam Albano bei der Arie der Rosina "Una voce poco fa" wo sie nicht nur ihre ausserordentlich starke Ausdruckskraft ausspielte, sondern auch zeigte, wie sich ein Mezzo auch in den höheren Tönen wohlfühlten kann.

Gern hab ich die Fraun' geküsst sang David Jagodic sehr überzeugend und man merkte - er meint es wirklich ernst.

Die aus Slowenien stammende junge Sängerin Tina Drole, welche schon im Schönbrunner Schlosstheater bei den Jedermann Monologen auf sich aufmerksam machte, legte diesmal die Arie der Perichole aus La Perichole sehr gekonnt, ausdrucksstark an.

Das Uhren Duett der Rosalinde und des Eisensteins mit Svenja Kallweit und David Jagodic, das Duett der Carmen und des Don Jose gesungen von Irena Weber und David Jagodic und das Duett der Violetta und des Germont aus La Traviata gesungen von Sunnyi Kim und Stefan Hadzic lösten im sehr fachkundigen Publikum starken Applaus aus.

Auch die hier nicht speziell genannte Künstler sind auf dem besten Wege, sich in das Buch dser High Potentials einzutragen.

Es ist wirklich schade, dass die Niederländische Mezzosopranistin Rosina Fabius nach ihrem Erasmus Semestern Ende Juni wieder in die Niederlande übersiedeln wird. Sie ist so ein sicherer, mit einer wunderschönen stimmlichen Klangfarbe ausgestatteter Mezzosopran und hat auch an diesem Abend sei es als Solistin oder im Duett mit Miriam Albano einen starken Eindruck hinterlassen. Wir haben aber die Möglichkeit, sie nochmals zusammen mit vielen anderen High Potentials bei der Jungen Schubertiade Wien 2015 zu hören und zu sehen. Het beste Rosina  

Als Kritikpunkt möchte ich aber doch erwähnen, dass es der MDW doch ein Anliegen sein sollte, diesen wunderbaren Künstlern ein erstklassiges Instrumentenmaterial zur Verfügung zu stellen.

Der ungestimmte und nach Generalüberholung schreiende Flügel war trotz der einfühlsamen und unterstützenden Liedbegleiterin Joelle Bouffa eine Zumutung für die Sängerinnen und Sänger und natürlich auch fürs Publikum.

 

   

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